Unternehmenscluster als Promoter der wirtschaftlichen Entwicklung
Einer der Geburtsorte der Luftfahrt ist die Stadt Friedrichhafen. Hier konstruierte und baute Ferdinand Graf von Zeppelin in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts die Zeppelinluftschiffe. Dadurch entwickelte sich in der Region ein industrielles Cluster, das heute noch den Promoter der wirtschaftliche Entwicklung darstellt.
Entsprechend den technologischen Anforderungen der Luftschiffbauer entstanden im Laufe der Zeit neue Industriezweige. Einige Beispiele: Zur Gewichtsreduzierung der Zeppeline benötigte man erstmals Leichtmetallbaumaterialien und –techniken. Die aus Zeppelin gegründete Dornier GmbH konstruierte und baute die benötigten Produkte. Belastbare und präzisere Getriebe war eine weitere Forderung der Luftfahrtpioniere. Die Zahnradfabrik Friedrichshafen – heute die ZF Friedrichshafen AG – entwickelte sich bis heute zum drittgrößten deutschen Automobilzulieferer. Ebenfalls eine unmittelbare Anforderung der Luftschiffbauer waren kompakte und leistungsfähige Motoren, die der junge Ingenieur Karl Maybach entwickelte. Aus der Maybach-Motorenbau GmbH wurde die mtu-Friedrichshafen GmbH, einer der weltweit größten Dieselaggregathersteller.
Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich eine Vielzahl von Unternehmen aus und um dieses ursprünglichen Cluster entwickelt. Der Schwerpunkt liegt heute in der Automobilzulieferindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Elektronik und Kommunikationstechnik. Die Entwicklung dieses Clusters verlief und verläuft dabei sowohl horizontal, d.h. es entstanden Betriebe mit vergleichbaren Produkten, als auch vertikal. Gemeint sind Betriebe die als Zulieferer bzw. Dienstleister agieren.
Bemerkenswert ist, dass sich diese Entwicklung in Friedrichshafen und in einem Radius von ca. 15 km um die Stadt abspielte und sich auch heute weiter fortsetzt. In kaum einer Region findet man derartige Kompetenzen auf so engem Raum.